Wenn einer eine Reise tut...

Seit dem vergangenen Besuch hat sich hier vieles getan, von dem ich gerne berichten möchte: Zunächst einmal ist es ein gewaltiger Unterschied, wenn man zu einer anderen Jahreszeit hier ist. Ich habe mich diesmal für den namibischen Winter entschieden und es nicht bereut. Es ist zwar zum Teil schon recht kühl, aber trotzdem sommerlich. Durch die trockene Kälte empfindet man den Winter nicht so eisig wie bei uns. Da es eine andere Jahreszeit ist, sieht man andere Tiere viel häufiger. Außerdem ist grad Paarungszeit, was sich vor allem bei den Straußen sehr bemerkbar machte. Ein wahres Naturschauspiel!

In Outjo selbst, dem kleinen Ort in der Nähe der Lodge ist vieles beim Alten geblieben, auch wenn sich die Stadt noch mehr um ein gepflegteres Äußeres bemüht. Überall wo ich hinkomme treffe ich bekannte Gesichter, sei es die Apotheke, der kleine Schreibwarenladen, die Bank oder der Supermarkt „OK Foods“, sei es die Schule, die Gemeinde oder das Farmhouse. Man wird herzlich willkommen geheißen.
Doch nicht nur im Land und in der Stadt hat sich einiges verändert, auch auf der Lodge wurde fleißig gearbeitet. Die Häuser müssen instand gehalten werden. So bleibt es auch nicht aus, dass die Küche komplett umgeräumt und erneuert wird. Es gibt neue Schränke und auch die Anordnung von Spüle, Herd und Arbeitsbereich wird neu strukturiert. Nun ist alles viel geräumiger. Der Garten der Lodge wächst und gedeiht, so dass immer mehr Obst und Gemüse für den eigenen Verzehr verwendet werden kann.
Seid geraumer Zeit gibt es zwei Kindergärten. Einer ist auf Sophienhof, ein zweiter auf der Rinderfarm Belina. Jeden Dienstag- und Donnerstagabend gibt es zusätzlich die Möglichkeit für die Angestellten der Lodge zur Schule zu gehen. Sie lernen lesen und schreiben, aber auch die Sprachen Deutsch und Englisch, damit sie mit den Gästen ins Gespräch kommen können.
Auch im Tierbestand hat sich einiges getan. So ist nun ein großes Stachelschweingehege angelegt worden.
Wer vom Land noch etwas mehr sehen will, dem empfehle ich folgendes: Zum Einen ist ein Ausflug ins Damaraland nicht auszulassen. Man nehme die Straße in Richtung Khorixas, von da aus weiter offroad ins trockene Flussbett des Huab und Aba-Huab. Neben dem versteinerten Wald lohnt sich ein Besuch in Twyfelfontein, der Zweifelhaften Quelle. Hier kann man Felsenbemalung und -gravuren bewundern. Weiterhin gibt es in diesem Landstrich ein Museum, welches über das Leben der Damara, einem Stamm in Namibia, berichtet. Sie singen und tanzen traditionell, zeigen wie Schmuck, Kleidung und Waffen hergestellt werden und erklären, wie Feuer gemacht wird. Interessant ist vor allem ihre „Apotheke“: Sie nehmen Mopane (Äste dieses Baumes) zum Zähneputzen. Den Dung von Klippdachsen verwenden sie als Tee gegen Geschlechtskrankheiten von Männern. Elefantendung (bestehend aus verdauten Pflanzen) wird als Umschlag bei Schwangerschaften oder Wasser in den Beinen angewendet, sowie als Tee nach der Geburt zur Entgiftung. Nach all diesen Erfahrungen empfiehlt sich eine Nacht im Zelt in der freien Wildnis Afrikas mit Blick in den Sternehimmel der südlichen Hemisphäre.
Ein weiterer Reiz dieser Reise ist die unendliche Weite der Natur. Anders als im Ethosha-Nationalpark, wo man relativ viele Elefanten und Löwen beobachten kann, muss man sich hier richtig auf Spurensuche begeben, aber wenn man dann eine Herde Dickhäuter entdeckt ist die Freude umso größer und man hat das Gefühl, etwas gemeistert zu haben. Ich könnte noch viel über das Damaraland erzählen, zum Beispiel über die ersten Siedler dort, deren Farmen heute aufgrund des Odenthal-Planes zum Teil vollkommen heruntergewirtschaftet sind. Ich empfehle einfach selbst eine Reise in diese wundervolle Gegend zu unternehmen.
Nach dem Ausflug ins Landesinnere habe ich dann noch die Ostküste am Atlantik besucht. Ambivalent ist hier der Unterschied von Küste und Wüste. Ich war dort in der Stadt Swakopmund unterwegs, eine der wohl deutschesten Städte Namibias. Neben Sightseeing und Shopping kann man auch hier viele Dinge unternehmen: man kann mit dem Quadbike die Dünen unsicher machen oder auf dem Meer eine Katamaran-Fahrt machen, auf der man die Tiere des Meeres beobachten kann. Ich habe in diesem Jahr eine Dessert-Tour gemacht. Wer glaubt in einer Wüste gäbe es nur Sand und ein paar vertrocknete Pflanzen, der kann sich hier vom Gegenteil überzeugen. Die Wüste lebt, Tag und Nacht!
In diesem Land steckt so viel – es wird nie langweilig.
Ich werde wiederkommen!

 

Lieben Gruß, Anne Blanckenfeldt

  • Schwarznasenimpala
  • Südlicher Gelbschnabeltoko
  • Oryx Antilope
  • Ochsenfrosch
  • Graulärmvogel
 
Sophienhof Lodge

Outjo Namibia

"Abenteuer Afrika"

 
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